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Handwerk für nachhaltiges Wirtschaften

Im Reinfelder Gewerbegebiet wurde am vergangenen Montag das Pilotprojekt "Handwerk für nachhaltiges Wirtschaften" vorgestellt. Seit 16 Monaten sind 19 Reinfelder Betriebe daran beteiligt, um durch kleine Netzwerke wirtschaftlicher und umweltbewusster zu arbeiten. Umweltminister Dr. Christian von Boetticher, Landrat Klaus Plöger und Bürgermeister Gerhard Horn waren unter den prominenten Gästen.


In der Karpfenstadt haben sich vor 16 Monaten 19 Betrieb zu einem Ring zusammengeschlossen. "Handwerk durch nachhaltiges Wirtschaften" heißt das Modellprojekt, das vom Agenda-21-Büro, der Wirtschafts- und Ausbaugesellschaft Stormarn (WAS), der Kreishandwerkerschaft Stormarn und der Handelskammer Lübeck unterstützt wird. Gefördert wird es zudem mit 75 Prozent vom Ministerium für Landwirtschaft, das Nachhaltigkeit durch mehr Umweltschutz und die Vernetzung für mehr Wirtschaftlichkeit befürwortet. Die Betriebe kooperieren, um wirtschaftlich effektiv und umweltgerecht zu arbeiten, Kosten zu sparen und gemeinsames Know-How zu vereinen. Für diese Zusammenarbeit gibt es keine Themenbegrenzung. Vom gemeinsamen Einkauf über die gemeinsame Nutzung von Maschinen bis zum Wärmeverbund ist alles möglich. Möglichkeiten zur Verbesserung der betrieblichen Umweltleistungen durch Energieeinsparungen und Abfallvermeidung werden geprüft und wenn möglich umgesetzt. In der Reinfelder Grootkoppel haben die Beteiligten bereits Abfallsammlungen für Kleinmengen organisiert und kaufen gemeinsam den Strom ein. In Planung sind eine Solartherme und Photovoltaikanlagen. 25.000 Quadratmeter Solarzellen werden auf dem Dach der Firma Zwiebelmann installiert. Die beteiligten Unternehmen arbeiten in überschaubaren, relativ kleinen Netzwerken. Vertrauen und gegenseitiges Kennen sind dabei eine wichtige Voraussetzung. Umweltminister Dr. Christian von Boetticher (CDU) gratulierte den 19 Reinfelder Betrieben in der Grootkoppel zu ihrem Erfolg.

 
Deutschland sei, so der Minister, auf dem Gebiet der Umweltstandards an der Spitze Europas, wenn nicht sogar weltweit. So sei auch das Pilotprojekt ein gutes Beispiel für zukunftsorientiertes, nachhaltiges Wirtschaften. Er erhoffe sich für das deutsche Handwerk durch derartige Pilotprojekte langfristig Wettbewerbsvorteile und bessere Überlebenschancen für kleine Betriebe. Bernd Schweers, der mit seinem Beratungsbüro die Firmen betreut, hofft, dass das Projekt noch um ein Jahr verlängert werden kann. Zwei Jahre seien für so ein Volumen zu knapp. Uta Stammer von der WAS möchte Vergleichbares auch in anderen Gewerbegebieten initiieren. Dem Umweltminister gab sie mit auf den Weg, statt Investitionen auf der grünen Wiese sollten statt dessen lieber Sanierungen vorhandener Gewerbestandorte vorgenommen werden. Landrat Klaus Plöger appellierte an Minister Boetticher, die bürokratischen Wege zu verkürzen und die Vorschriften zu vereinfachen.




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